Kardiologie und Orthopädie deutlich aufgewertet · Revisionsendoprothetik künftig nur an 17 Standorten im Land · Stroke Unit, Geriatrie und Notfallversorgung gesichert
Das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit Rheinland-Pfalz (MWWG) hat den Plankrankenhäusern des Landes die geplante Zuweisung der Leistungsgruppen gemäß § 135e SGB V mitgeteilt. Für das Krankenhaus Maria Hilf Daun fällt das Ergebnis positiv aus: Dem Haus werden 16 Leistungsgruppen zugewiesen – und damit genau jenes breite, wohnortnahe Versorgungsspektrum, das die Menschen im Vulkaneifelkreis und in der gesamten Eifel täglich benötigen. Zusätzlich werden alle relevanten Leistungsgruppen der Orthopädie zugewiesen und damit die landesweite Spezialisierung des Hauses in diesem Fachgebiet bestätigt. Die Bettenkapazität wird mit 257 Planbetten, davon zehn intensivmedizinische Betten und 14 Betten für Psychosomatik, fortgeführt.
„Die geplante Zuweisung ist eine klare Bestätigung unserer medizinischen Qualität und unserer Rolle als tragende Säule der Versorgung in einem großflächigen ländlichen Raum“, so der Geschäftsführer Oliver Zimmer. „Besonders freut uns, dass unsere überregionalen Schwerpunkte Kardiologie und Orthopädie nicht nur erhalten, sondern ausdrücklich aufgewertet wurden.“
Kardiologie: Vollständiges Leistungsspektrum im Nahbereich
Der Standort Daun erhält alle drei kardiologischen Leistungsgruppen: Interventionelle Kardiologie, Kardiale Devices (z. B. Schrittmacher) sowie EPU/ Ablation zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Neben den Trierer und Koblenzer Kardiologien ist Daun damit das einzige Haus mit diesem umfassenden Angebot. Kardiologische Erkrankungen können somit weiterhin auf höchstem technischen Niveau in der Region und ohne weite Wege behandelt werden.
Orthopädie: Alle Leistungsgruppen – inklusive der hochspezialisierten Revisionseingriffe
In der Orthopädie und Unfallchirurgie wurden dem Haus sämtliche relevanten Leistungsgruppen ausgewiesen: Endoprothetik Hüfte, Endoprothetik Knie, jeweils auch die Revisionsendoprothetik von Hüfte und Knie, dazu die Wirbelsäuleneingriffe sowie die Spezielle Traumatologie. Von besonderer Bedeutung ist die Revisionsendoprothetik: Diese anspruchsvollen Wechsel- und Korrektureingriffe sollen künftig nur noch 17 von 74 Plankrankenhaus-Standorten in Rheinland-Pfalz erbringen – das Krankenhaus Maria Hilf Daun gehört dazu. Im gesamten Regionalvergleich der zehn Standorte zwischen Trier, Prüm, Bitburg, Wittlich, Mayen und Koblenz verfügen nur vier Häuser über das vollständige orthopädische Spektrum einschließlich der Revisionen – Daun ist eines davon.
Altersmedizin, Geriatrie und Schlaganfallversorgung gesichert
Ebenso erfreulich ist die Zuweisung der Geriatrie und der Palliativmedizin. Beide Leistungsgruppen bilden das Rückgrat für die Altersmedizin am Standort und tragen der demografischen Entwicklung in der Vulkaneifel unmittelbar Rechnung: Ältere und mehrfach erkrankte Menschen werden weiterhin wohnortnah, ganzheitlich und in vertrauter Umgebung versorgt. Hinzu kommt die Zuweisung der Stroke Unit. Die Schlaganfallversorgung bleibt damit in Daun verankert – ein für den ländlichen Raum entscheidender Faktor, weil beim Schlaganfall jede Minute über den Behandlungserfolg entscheidet.
Notfallversorgung: Bedeutung des Standorts spiegelt sich in der Zuweisung
Das Krankenhaus Maria Hilf Daun ist für die Notfallversorgung eines größer werdenden Gebietes als Sicherstellungskrankenhaus unverzichtbar. Genau dies findet in der Zuweisung seinen Ausdruck: Mit der Allgemeinen Inneren Medizin, der Komplexen Gastroenterologie, der Allgemeinen Chirurgie, der Speziellen Traumatologie, der Intensivmedizin sowie der Stroke Unit sind alle Leistungsgruppen ausgewiesen, die für eine leistungsfähige und verlässliche Notfall- und Akutversorgung erforderlich sind. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet das Planungssicherheit und kurze Wege im Notfall. Lediglich in einem Bereich wurde den Anträgen des Hauses nicht eins zu eins entsprochen: Die gefäßchirurgischen Leistungsgruppen – u. a. Bauchaortenaneurysma und Carotis Interventionen – sind für den Standort Daun zunächst nicht vorgesehen. Und dies, obwohl die medizinischen Gutachten hier positiv ausgefallen sind. Hier besteht aus Sicht des Hauses weiterer Abstimmungsbedarf mit der Planungsbehörde. Denn nach dem aktuellen Planungsstand würde die gefäßchirurgische Versorgung im Raum zwischen Trier und Koblenz künftig nur noch an einem Standort stattfinden. Für ein Flächenland mit den Entfernungen der Eifel ist das aus Sicht des Krankenhauses zu wenig – gerade bei akuten Gefäßerkrankungen ist der Faktor Zeit sehr wichtig.
Das Krankenhaus Maria Hilf Daun sieht sich aber in seiner strategischen Ausrichtung insgesamt bestätigt. „Wir werden die uns zugewiesenen Schwerpunkte konsequent weiterentwickeln und in Qualität, Personal und Technik weiter investieren“, betont die Geschäftsführung. „Unser Ziel bleibt unverändert: eine sichere, hochwertige und erreichbare medizinische Versorgung für die Menschen in der Vulkaneifel und der Nordeifel – und die weitere konsequente Spezialisierung als größtes orthopädisches Zentrum im Norden von Rheinland-Pfalz.“

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