Das Krankenhaus Maria Hilf Daun und sein Träger, die Gesellschaft der Katharinenschwestern, warnen vor den absehbaren Folgen zusätzlicher finanzieller Belastungen im deutschen Gesundheitssystem. Aus Sicht des Trägers drohen die aktuell geplanten Maßnahmen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung die wirtschaftliche Situation vieler Krankenhäuser weiter zu verschärfen, insbesondere bei Einrichtungen im ländlichen Raum, die bereits heute wesentliche Aufgaben der regionalen Versorgung übernehmen.
Nach Angaben von Krankenhausverbänden schreibt ein Großteil der Kliniken in Deutschland rote Zahlen. Viele Krankenhäuser stehen seit Jahren unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Steigende Personal- und Sachkosten, zusätzliche regulatorische Anforderungen, Dokumentationspflichten und hohe Investitionsbedarfe treffen auf Rahmenbedingungen, die aus Sicht vieler Träger die tatsächlichen Kosten der Versorgung nur unzureichend abbilden.
Anders als kommunale Einrichtungen verfügen gemeinnützige Krankenhausträger nicht über Möglichkeiten eines dauerhaften Ausgleichs struktureller Defizite über öffentliche Haushalte. Zusätzliche Belastungen treffen damit häufig jene Einrichtungen, die in vielen Regionen tragende Säulen der medizinischen Versorgung und zudem mit nahezu 50% die größte Trägergruppe in Rheinland-Pfalz sind.
Die Gesellschaft der Katharinenschwestern betreibt Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen sowie zahlreiche stationäre und teilstationäre Pflegeeinrichtungen und ist darüber hinaus als Bildungsträger aktiv. Geschäftsführer Oliver Zimmer verantwortet die Krankenhausstandorte sowie vor Ort das Krankenhaus Maria Hilf Daun, das sich zu einem wichtigen regionalen Versorgungsstandort zwischen Trier und Koblenz entwickelt hat.
Der Standort Daun hat in den vergangenen Jahren wichtige Versorgungsaufgaben in der Region übernommen und zusätzliche Bedarfe aufgefangen, unter anderem durch die Schließung mehrerer Klinikstandorte wie Zell, Gerolstein und Adenau durch deren Träger. Ergänzt wird die stationäre Versorgung in Daun durch ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit jährlich mehr als 80.000 ambulanten Patientenkontakten - in einer Region, in der die ambulanten Strukturen zunehmend unter Druck geraten und weniger werden.
„Krankenhäuser wie das Maria Hilf in Daun sichern die Versorgung Tag für Tag zwischen Trier und Koblenz, unabhängig davon, ob einzelne Leistungen wirtschaftlich attraktiv sind oder nicht“, betont Geschäftsführer Oliver Zimmer. „Wenn die finanziellen Rahmenbedingungen wie jetzt im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz weiter verschärft werden, betrifft das nicht abstrakte Strukturen oder betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Es betrifft die Menschen vor Ort und ihre medizinische Versorgung.“
Zimmer sieht darin nicht nur eine Finanzierungsfrage, sondern eine grundsätzliche Strukturfrage. „Wir werden mitten in einer laufenden Krankenhausreform des Landes mit schnell gestrickten Sparpaketen der Bundesministerin konfrontiert, die keine Lösung sind, sondern nach dem St. Florians Prinzip Belastungen auf die Kommunen verschieben. Offen bleibt dabei die Frage welche Einrichtungen die Versorgung künftig tatsächlich tragen sollen. Wer wohnortnahe Versorgung erhalten möchte, muss auch tragfähige Rahmenbedingungen schaffen.“
Bereits heute müssen viele Kommunen erhebliche Mittel aufbringen, um Klinikstrukturen in ihren kommunalen Häusern zu stabilisieren, die vielfach nur durch finanzielle Unterstützung aufrechterhalten werden können. Eine Schwächung gemeinnütziger Träger würde diesen Druck weiter erhöhen und die öffentliche Hand sehr rasch zusätzlich belasten.
Aus Sicht des Trägers drohen andernfalls insbesondere im ländlichen Raum langfristige Folgen. Dazu gehören längere Wege für Patientinnen und Patienten, eine zunehmende Belastung verbleibender Strukturen sowie weitere Versorgungsengpässe im stationären und ambulanten Bereich.
Auch gesundheitspolitisch sieht der Träger eine gefährliche Entwicklung. So blieben Vorschläge der Deutschen Krankenhausgesellschaft zur wirtschaftlichen Stabilisierung in Höhe von über 30 Milliarden Euro bislang unberücksichtigt. Gleichzeitig drohen weitere Einschnitte, etwa im Pflegebereich, was den ohnehin angespannten Fachkräftemarkt zusätzlich belasten.
„Krankenhäuser sind weit mehr als medizinische Einrichtungen. Sie gehören zu den zentralen Ankern öffentlicher Daseinsvorsorge und schaffen Sicherheit und Vertrauen für Menschen in ihrer Region“, stellt Zimmer klar. „Wer diese Anker wirtschaftlich schwächt, gefährdet nicht nur die Versorgung, sondern auch das Vertrauen der Menschen in die politische Daseinsvorsorge. Wer Versorgungssicherheit fordert, muss sie auch finanzieren. Wenn Krankenhäuser dauerhaft zusätzliche Lasten tragen müssen, ohne dass die tatsächlichen Kosten realistisch berücksichtigt werden, geraten Versorgungsangebote unter Druck, die sich nicht kurzfristig ersetzen lassen. Wir erwarten eine klare politische Verantwortung und Priorisierung.“

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von hCaptcha laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von Turnstile laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von OpenStreetMap. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen