Nicht immer muss das ganze Knie durch ein künstliches Gelenk ersetzt werden

Wie ein alltägliches Erlebnis aus der Eifel ein Prinzip moderner Orthopädie veranschaulicht

 

Viele Menschen verbinden ein künstliches Kniegelenk automatisch mit dem vollständigen Ersatz des gesamten Gelenks. Dass in vielen Fällen auch ein deutlich kleinerer Eingriff möglich ist, wissen die wenigsten. Genau darauf möchte das EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung am Krankenhaus Maria Hilf Daun aufmerksam machen.

„Gerade bei Arthrose ist die Frage entscheidend, wie stark das Gelenk tatsächlich betroffen ist“, erklärt Dr. Pierre Göbel, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie. „Wenn der Verschleiß nur einen Teil des Kniegelenks betrifft, muss häufig nicht das komplette Gelenk ersetzt werden.“

Im Krankenhaus Maria Hilf Daun kommen deshalb regelmäßig sogenannte Schlittenprothesen zum Einsatz. Dabei wird nur der geschädigte Bereich des Kniegelenks ersetzt, während gesunde Strukturen bleiben erhalten. Für viele Patientinnen und Patienten kann das eine schonendere Behandlung mit schnellerer Erholung und natürlichem Bewegungsgefühl bedeuten.

Ein alltägliches Erlebnis aus der Eifel hat den Chefarzt kürzlich an dieses Prinzip erinnert. Nach einem Reifenschaden an seinem Auto wurde im Autohaus Kainz nur der defekte Reifen ersetzt, nicht jedoch weitere intakte Bauteile.

„Das klingt erst einmal banal“, sagt Dr. Göbel. „Aber genau dieses Prinzip spielt auch in der modernen Orthopädie eine wichtige Rolle. Es geht darum, gezielt zu behandeln und gesunde Strukturen möglichst zu erhalten.“

Auch für Julian Kainz, Geschäftsführer Autohaus Kainz, ist dieses Prinzip nachvollziehbar: „Entscheidend ist, genau hinzuschauen und die passende Lösung zu finden. Nicht möglichst viel zu machen, sondern das Richtige.“

Im EndoProthetikZentrum in Daun werden jährlich weit über 250 Teilprothesen des Kniegelenks eingesetzt. Die Auswahl der passenden Behandlung erfolgt nach sorgfältiger Diagnostik und individueller Beurteilung der Gelenksituation. Nicht jede Arthrose verläuft gleich, und nicht jedes Knie benötigt dieselbe Therapie.

„Viele Menschen kommen mit der Erwartung zu uns, dass automatisch ein komplettes künstliches Knie notwendig ist“, so Göbel. „Oft gibt es heute differenziertere Möglichkeiten, die wir gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten prüfen.“ Für Betroffene bedeutet das vor allem eines: eine Entscheidung auf Basis der tatsächlichen Gelenksituation und nicht nach einem Standardverfahren.

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